Stufen und Intervalle

Wenn du eine Tonleiter kennst, hilft es, ihre Töne zu nummerieren. So kannst du über alle Tonleitern auf einmal sprechen: „die 3. Stufe“ meint den dritten Ton der Tonleiter, in der du gerade spielst, egal welche es ist.

Stufen

Die Töne einer Tonleiter sind ihre Stufen, vom aus gezählt: In C-Dur ist C die 1. Stufe, D die 2., E die 3. und so weiter. Die 1. Stufe, der Grundton, heißt auch Tonika: der Ton, auf dem die Tonleiter zur Ruhe kommt.

Ein paar Stufen haben eigene Namen, die du in der Tabelle unten siehst und immer wieder hören wirst: Die 5. Stufe heißt Dominante, die 4. Stufe Subdominante (die „untere Dominante“, eine Quinte unter der Tonika). In Dur ist die 7. Stufe der Leitton, den du beim harmonischen Moll kennengelernt hast: Sie liegt nur einen Halbton unter der Tonika und leitet zu ihr hin. Meistens zählen Musiker aber einfach die Stufen.

Intervalle: der Abstand vom Grundton

Du kennst schon: den Abstand zwischen zwei Tönen. Der Name eines Intervalls hat zwei Teile:

  • Die Zahl zählt die Buchstaben, beide Enden mitgezählt: C bis E ist C, D, E, also drei Töne, eine Terz. Die Namen kommen aus dem Lateinischen: Prime (1), Sekunde (2), Terz (3), Quarte (4), Quinte (5), Sexte (6), Septime (7), Oktave (8).
  • Die Größe sagt, wie viele Halbtöne es genau sind: C bis E sind 4 Halbtöne, eine große Terz; C bis E♭ sind 3 Halbtöne, eine kleine Terz. Prime, Quarte, Quinte und Oktave gibt es nur in einer üblichen Größe, sie heißen rein.
  • Ist ein Intervall einen Halbton größer als groß oder rein, heißt es übermäßig; ist es einen Halbton kleiner als klein oder rein, heißt es vermindert. C bis G♯ ist eine übermäßige Quinte, C bis G♭ eine verminderte Quinte.

Hier ist jede Stufe von C-Dur mit ihrem Intervall von C aus (B ist das deutsche H). Klick auf ▶, um jedes zu hören.

StufeBezeichnungTonHalbtöneIntervallAbspielen
1TonikaC0reine Prime
2–D2große Sekunde
3–E4große Terz
4SubdominanteF5reine Quarte
5DominanteG7reine Quinte
6–A9große Sexte
7LeittonB11große Septime
8Tonika (Oktave)C12reine Oktave

Gleicher Klang, anderer Name

C bis E♭ und C bis D♯ sind beide 3 Halbtöne, sie klingen also gleich. Aber E♭ ist der dritte Buchstabe ab C, also ist C bis E♭ eine kleine Terz. D ist nur der zweite Buchstabe, also heißt C bis D♯ übermäßige Sekunde: eine große Sekunde (C bis D), einen Halbton größer gemacht. Darum ist festgelegt, wie man die Töne einer Tonleiter schreibt: In C-Moll muss die 3. Stufe auf dem Buchstaben E stehen, also E♭ (gesprochen „Es“), nicht D♯ („Dis“).

Dur und Moll, Stufe für Stufe

Mit Zahlen wird der Unterschied zwischen Dur und Moll leicht sichtbar. Das natürliche Moll ist eine Dur-Tonleiter, in der drei Stufen um einen Halbton erniedrigt sind. Sie sind mit ♭ markiert:

Dur1 2 3 4 5 6 7Natürliches Moll1 2 ♭3 4 5 ♭6 ♭7

Von den Stufen zu den Akkorden

Spielst du die 1., 3. und 5. Stufe zusammen, bekommst du einen Dreiklang: einen aus drei Tönen, auf dem Grundton aufgebaut. Darum heißen seine Töne Grundton, Terz und Quinte. Aus C-Dur bekommst du C E G, den C-Dur-Dreiklang; aus C-Moll C E♭ G, den C-Moll-Dreiklang.

Im Kapitel Akkorde baust du auf diese Weise alle Arten von Dreiklängen.

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