Wo die Töne des Akkords in den ersten Bünden liegen. Das ist eine Karte der Töne, keine Griffform zum Spielen: Akkorde auf der Gitarre zeigt echte Griffe.
In einem entscheidet die Terz, ob der Akkord Dur oder Moll ist. Man kann die Terz aber auch durch einen anderen Ton ersetzen. Dann besteht der Akkord nicht mehr aus zwei geschichteten Terzen, und er ist weder Dur noch Moll. Solche Akkorde heißen Sus-Akkorde (vom englischen „suspended“, aufgehalten, in der Schwebe). Die beiden gebräuchlichen sind sus2 und sus4. Der Zusatz steht hinter dem Grundton: Csus2, Csus4.
Im sus2-Akkord ersetzt die Sekunde die Terz: Die Formel ist 1 2 5, Csus2 ist also C D G. Vom Grundton aus gemessen sind das eine und eine .
Ohne Terz ist der Akkord weder Dur noch Moll. Er klingt offen und luftig, als würde er darauf warten, zur Ruhe zu kommen. Dieses Warten, dieses Schweben, steckt im Namen.
Im sus4-Akkord ersetzt die Quarte die Terz: 1 4 5, Csus4 ist also C F G. Vom Grundton aus gemessen sind das eine reine Quarte und eine reine Quinte.
Wie sus2 ist er weder Dur noch Moll. Die Quarte klingt, als wolle sie zur Terz hinunter. Darum löst sich sus4 oft in den einfachen Dur-Akkord auf (Csus4 → C).
Genau das kennt die klassische Harmonielehre als Vorhalt: Ein Ton hält den eigentlichen Akkordton kurz auf und löst sich dann in ihn auf. Beim sus4 ist es ein Quartvorhalt: Die Quarte geht zur Terz (4–3). Im Pop darf der Sus-Akkord aber auch einfach stehen bleiben, ganz ohne Auflösung.
Sus-Akkorde hörst du überall in Pop, Rock und Folk. Typisch auf der Gitarre: Dsus4 → D → Dsus2 → D.
Übrigens: Csus2 (C D G) und Gsus4 (G C D) haben dieselben Töne. Welcher Name passt, hängt davon ab, welchen Ton die Musik als Grundton behandelt.
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