Warum klingen manche Akkorde, als gehörten sie zusammen? Weil sie aus derselben Tonleiter stammen. Bauen wir sie, einen auf jedem Ton der Tonleiter.
Nimm die C-Dur-Tonleiter. Beginne auf C und nimm jeden zweiten Ton: C, E und G. Das ist der C-Dur-. Jetzt beginne auf D und mach dasselbe: D, F und A, der D-Moll-Dreiklang. Wenn du das auf jedem Ton machst, bekommst du sieben Akkorde, die nur aus Tönen der Tonleiter bestehen. Sie heißen leitereigene Akkorde:
Die verwenden die Zeichen aus Dreiklänge: Dm ist D-Moll, B° ist der verminderte Dreiklang auf B.
Musiker nummerieren diese Akkorde nach dem Ton der Tonleiter, auf dem sie stehen, und zwar mit römischen Ziffern: I, II, III, IV, V, VI und VII für 1 bis 7. Man spricht von den Stufen. Eine große Ziffer bedeutet einen Dur-Akkord, eine kleine einen Moll-Akkord und ein kleiner Kreis (°) einen verminderten Akkord. Der Akkord auf D steht auf der II. Stufe; weil er Moll ist, schreiben wir ihn klein: ii. (In vielen deutschen Schulbüchern stehen alle Stufen groß, dort heißt er einfach II.) In jeder Dur- ist das Muster dasselbe:
I ii iii IV V vi vii°
Drei Dur-Akkorde (I, IV und V), drei Moll-Akkorde (ii, iii und vi) und ein verminderter Akkord (vii°). Der I-Akkord ist das der Tonart; die anderen führen von ihm weg und wieder zu ihm zurück.
In der Schule lernst du dieselben Akkorde oft noch mit einem zweiten System kennen, der Funktionstheorie. Sie fragt nicht, auf welcher Stufe ein Akkord steht, sondern welche Aufgabe er in der Tonart hat, seine Funktion. Die drei Dur-Akkorde sind die Hauptfunktionen:
Die drei Moll-Akkorde sind ihre Parallelen. Jede liegt eine kleine Terz unter ihrer Hauptfunktion, so wie A-Moll die Paralleltonart von C-Dur ist. Sie hat zwei Töne mit ihr gemeinsam und kann sie darum vertreten:
Bleibt die vii°, B° (B D F). Nimm G B D und setz noch ein F darauf: G B D F. Das ist G7, ein Septakkord (mehr dazu später). Lässt du das G weg, bleibt genau B D F übrig. Darum wirkt die vii° wie eine Dominante. In der Funktionstheorie heißt sie verkürzter Dominantseptakkord (Symbol: durchgestrichenes D⁷). Beide Systeme beschreiben dieselben Akkorde: Die Stufen sagen, wo ein Akkord steht, die Funktionen, was er tut. Auf dieser Website bleiben die Stufen das Hauptsystem; die Funktionen begegnen dir bei den Akkordfolgen und Kadenzen wieder.
Wähl eine beliebige Dur-Tonart: Die Töne ändern sich, aber das Muster bleibt dasselbe. (Schalte auf Moll, um schon einmal in den nächsten Abschnitt zu schauen.)
Die Akkorde von G-Dur:
In einer Moll-Tonart ergibt dieselbe Idee ein anderes Muster: i ii° III iv v VI VII. Und weil A-Moll dieselben Töne hat wie C-Dur, sind seine Akkorde dieselben sieben Akkorde, nur von A aus nummeriert:
(Das ist das . Songs in Moll ersetzen die v oft durch eine Dur-V, etwa E statt Em in A-Moll, weil sie stärker zur Tonika zieht. Diese Dur-Dominante stammt aus dem harmonischen Moll.)
Im Quintenzirkel liegen die drei Dur-Akkorde einer Tonart direkt nebeneinander: C in der Mitte, F (IV, die Subdominante) auf der einen Seite und G (V, die Dominante) auf der anderen. Ihre Am, Dm und Em liegen jeweils direkt innen daneben: Tp, Sp und Dp.
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